Großer Kampf gegen den Tabellenführer

von Reiner Schmidt

Der Schachkreis Altenkirchen lieferte dem Tabellenführer und haushohen Favoriten Gau-Algesheim einen harten und spannenden Wettkampf. Leider reichte es am Ende nicht für Punkte, die durchaus in Reichweite waren.

Von Beginn an war der Kampf relativ ausgeglichen, obwohl der Gegner an Brett 1 einen Großmeister und an Brett 2 und 3 große (deutsche) Nachwuchshoffnungen aufgestellt hatte.
Den Gegner von Andreas Brühl an Brett 2 wurde mit seinen 11 Jahren bereits ein Angebot des besten deutschen Vereins, dem Schachklub Baden-Baden gemacht. Doch nun zum Verlauf.
Nach gut zwei Stunden einigte sich Johannes Krumm an Brett 4 mit seinem Gegner auf Remis. Johannes hatte zwar einen Bauern mehr, den er aber wieder zurückgeben musste. Das Remis passte gut in unsere Marschroute.
Als nächstes erreichte Konstantin Weber an Brett 7 mit einer sehr guten Leistung ebenfalls ein Remis gegen seinen deutlich stärkeren Gegner.
Als es auf die Zeitnotphase zuging musste sich Reiner Schmidt an Brett 1 dem Großmeister geschlagen geben, der aufzeigte, wie jemand seiner Spielstärke auch nur kleine Ungenauigkeiten in der Eröffnung gnadenlos ausnutzt. Doch das war ja einkalkuliert. Bisher standen die restlichen Partien nicht schlecht für uns. Doch das sollte sich ändern.
Martin Kaster übersah eine tolle taktische Wendung seines jugendlichen Gegners und musste in ein verlorenes Endspiel einlenken, in dem nichts mehr zu holen war. Doch das war gar nicht so schlimm. Die Rechnung ging noch auf. Zwei Remis hatten wir in der Tasche, mussten nur noch drei Punkte her.
Andreas war gegen den Jugendlichen an Brett 2 als Punkt eingeplant, Thomas Hoffmann stand mit seinem Mehrbauern klar besser und auch Uwe Jungbluth, der dankenswerterweise für Claude Wagner eingesprungen war, konnte sich berechtigte Gewinnhoffnungen machen. Einzig Ingo Schmerda hatte einen Turm für einen Läufer verloren, aber noch einige taktische Chancen.
Nachdem Andreas Brühl seine horrende Zeitnot gemeistert hatte, stand er nicht mehr so viel besser wie vorher … aber es ging noch. Dann kam leider der k.o.-Schlag. Thomas Hoffmann übersah, auch in starker Zeitnot, eine Hammerkombination seines Gegners, die ihn zur sofortigen Aufgabe zwang.
Das war´s dann…Nein!… Ingo Schmerda kämpfte sich zurück in die Partie, erzielte Materialausgleich und konnte/musste noch „auf Gewinn“ spielen. Uwes Partie spitzte sich zu einer dramatischen und taktisch hoch komplizierten Zeitnotschlacht zu. Irgendwie verlor er etwas den Faden, aber zum Glück der Gegner auch. In der entstandenen Stellung hatte er wieder Gewinnchancen, streute am Ende der Zeitnot noch etwas Psychologie mit ein und brauchte nicht weiter zu spielen, da sein Gegner irgendwie vergaß, dass er noch seinen 40. Zug machen musste. Gewinn durch Zeitüberschreitung!
Inzwischen kämpften Andreas und Ingo schon in der sechsten Stunde. Andreas versuchte im Endspiel alles, eroberte einen Bauern, jedoch schaffte es der Gegner eine gefährliche Fesselungsdrohung aufzubauen, so dass ihm nichts anderes übrig blieb, als einem Remis durch Dauerschach zuzustimmen.
Damit war der Wettkampf dann leider weg. Ingo konnte nun auch seine Gewinnbemühungen einstellen und sich auf ein Remis einigen.
Schade, dann müssen eben in den letzten beiden Spielen noch die Punkte gegen den Abstieg geholt werden!

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