Playlist Oberliga SKAK-Frankenthal

Track 1 Dancing Queen-ABBA

Arkadi Syrov-Andreas

Aus der Ouvertüre eines gemächlich daherplätschernden, beschaulichen Walzer der Spanischen Eröffnung, ganz Adagietto, transformierte sich Prestissimo eine ungestüme Position die eher reichlich Assoziationen zum Punkpogo hervorrief; in einem figurenrempelnden Slamdance überwarf sich der Leichtfigurenpulk freestylewrestlinggleich zum großen Finale des Crowd Killings.

Nachdem sich Staub und Blut ein wenig legten, überraschte die Position mit einer knackigen Figurenkonstellation von zwei schwarzen Türmen plus einem fidelen Läufer gegen eine schnöde weiße Dame.

Doch wie man die gewitzte Damenwelt so kennt und zu schätzen weiß, forderte genau diese nämliche Dancingqueen die schwarzen Heerscharen zu einem beschwingten Danse macabre auf und tanzte den nichtsahnenden schwarzen Läufer hinüber ins Licht und mit dem armen Bischof auch gleich den ganzen Punkt.

Track 2 Born Slippy-Underworld

So also verklang ein wenig bedrückend das Grave des Grande Finale in einem Remismollakkord über eine Partie, welche sicher als Klassiker in die moderne Popgeschichte eingeht.

Claude W.- Dan Fulea

Claude trumpfte groß in einer schwarzgeführten Pirc-Ufimzew Eröffnung auf, überspielte vom Kräftigsten den bemitleidenswerten Partner, gewann Raum, Material, Stellung nur um zum Schluss den gewieften, aalglatten Gegner in ein Dauerschach entkommen zu lassen, welches dem Maître gewiss nicht gänzlich goutierte.

Daher auch hier Remis.

Track 3 Where is my Mind?-Pixies

Bernhard Geyer-Der Schatten von mir

Ob garstigen Personalmangels exhumierte man mich eigens aus meinem Grabe, somit zumindest kein Freibrett zahlen zu müssen.

Selbst nahm ich die Partie in meinem Kopfe in etwa wie ein semibekifftes Zuckerwatteneinhorn, welches im Bromnebel über Haloperidolseen herschlurft, wahr, was mich letztlich zur vorsichtigen Annahme führt, dass permanenter Schlafmangel entgegen landläufiger Meinung vielleicht doch nicht die Ultima Ratio zu langanhaltenden Konzentrationsaufgaben darstellt.

Nichtsdestotrotz entwickelte sich die Partie doch recht erfreulich bis ins hohe Mittelspiel hinein, da ich es an der Zeit fand einen geringen Positionsvorteil einzügig gegen eine Ruine von Stellung zu tauschen, da soll mir mal einer keine Kaufmannsfähigkeiten nachsagen.

Doch entgegen aller Erwartungen zeigten sich die Freunde von der Rechnerfraktion wenig beeindruckt und attestierten nach einer verpassten weißen Möglichkeit noch im späten Endspiel eine Positionsbeurteilung von 0.00., dies gar in verschiedenen Varianten.

Doch spiele ich keine davon, oder zumindest nur im Ansatze, erkenne aber ein weiteres Male die unbedingte Überlegenheit des Siliziumorganismus an, was meinen Wiedergeburtswunsch als Toaster oder Föhn nur noch festigt.

Letzlich gab ich auf, bevor es jemand merkte. 😉

Track 4 Land of Confusion-Genesis

Holger-Peter Kargoll

Eine Partie die ganz die Holgersche Handschrift trägt, soll heißen einmal mehr läutet kreative Verwirrung das Messen im Ringen um die Versilberung des lockenden Variantensterlings ein. Konkret bedeutet dies ein flottes Doppelfigurenopfer kulminiert in einer stellungsähnlichen Position, welche in Ansätzen durchaus schon vergleichbar mit dem allseits bekanntem Schachspiele…doch was weiß ich schon? Ahem, was wollte ich sagen? Ach ja… also ich wollte sagen, „das etwa zu dieser Zeit die Verwirrung durch die, ähm, und die Verwirrung wird alljene verwirren, die nicht wissen ähmne und niemand wird wirklich genau wissen, wo diese kleinen Dinge zu finden sind, die verknüpft sind mit einer Art von Handarbeitszeug, das durch die Verknüpfung verknüpft ist…“

Jedenfalls um es mit einem anderen Altmeister, Udo Lindenberg, auszudrücken, „Hinter dem Rechenhorizont geht es weiter“ und das allgemein als gewinnbringend geglaubte Sakrifizium mündet in einem verknäulten Remisgetümmel.

Track 5 Under Pressure-Queen und David Bowie

Christof Johann-Martin

Recke Martynsgrym verstand es im epischen Stile der alten Skaldendichter die Skandinavische Verteidigung heldenhaft ins Felde zu führen und unter höchstem Druck der heranstürmenden feindlichen Weltfeinde aus Utgard beserkergleich die Reihen der Einherjer bis zum Ragnarök der Punkteteilung geschlossen zu halten, wofür ihm kommende Trobadoren sicherlich ein verdientes Heldenlied im Stabreime schmieden, brave Leistung, Meister!

Track 6 Govinda jaya jaya-George Harrison

Thomas-Bernd Kühn

Sāhib Thomas führte mit seinem Dingi einige Tola an Positionsvorteil über den altindischen Eröffnungsgewässern mit sich, welche aber nach einer unvorhergesehenen Begegnung mit einem Bhuta ihren Tribut in Form der Versenkung der Positionstola in die heiligen Wellen des Remisganges forderte.

Track 7 Gimme Hope Jo’anna -Eddy Grant

Lukas Tresch -Johannes

Gleichsam wie in dem oben erwähnten Evergreens Eddys, separierte sich nach rigider Apartheitsmanier die weiße von der schwarzen Bevölkerung, welches nahezu in einem Genozid der schwarzen Bauernschaft gipfelte. Die erste Niederlage von Freund Johannes nach gefühlten dreihundert Jahren Unabhängigkeit.

Track 8 A Little Bit Me, a Little Bit You-Monkees

Stephan -Ahad, Yuseynov

Soweit ich in meinem Schachunverständnis die Partie beurteilen kann, wogten hier die Chancen beiderseits hin und her, doch zu meiner nicht geringen Schande kann ich leider gar nicht allzuviel über die Begegnung berichten, außer dass mir nach einem recht gediegenen Eröffnungsverlauf eines Doppelfianchettosystems die Weiße Stellung ziemlich artig erschien, sich das Endspiel wiederum als, vorsichtig ausgedrückt, schwierig erwies. Tut mir leid, lieber Stephan, aber immerhin schön Dich mal kennen lernen zu dürfen, auf diesem Wege nochmal Servus! 😀

Damit verlieren wir ohne einen Gewinn vollauf überzeugend 3:5 gegen die werte Gegnerschaft aus Frankenthal.

Somit gleicht sich unsere maue Mannschaftskapelle leistungsmäßig an die drögen, blassen und uninspirierten Trümmertonmachenschaften des zeitgenössischen Musiksumpfes an.

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