Ho ho ho

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Die diesjährige Quest zum Spielort des Gambit Gusenburg erwies sich ob der umherwabernden Landschaftsschleier als eine Reminiszens an den 80er-Jahre Filmklassiker „The Fog“ von John Carpenter.

Und dies ebenso ästhetisch wie auch unheilvoll.

Vom endlosen Durchsuppen des Nebelschleiers, bis zur taktisch geschickt gesperrten Autobahnabfahrt hin zum Nichtverschieben des Spielbeginnes [ für mich persönlich trat damit etwas ein, was ich eigentlich fürderhin tunlichst zu vermeiden suchte, nämlich weniger als 69 Minuten Schlaf ], gutete der Beginn schon mächtig, alles dabei was irgend Freude aufkommen ließ.

Wider Erwarten gelang uns dann allerdings doch noch die Ankunft, womit wir gewieft die Gelegenheit nutzten der sympathischen Gastgebermannschaft ein verfrühtes Weihnachtspräsent in Forme einer 2:6 Klatsche ins Söckchen zu nässen, um just danach wieder gen Heimat zu dämmern.

Ach ja, zwischendurch spielte man noch Schach und dankenswerterweise mit zwei heldenhaften Mannen,  die es sich nicht nehmen ließen diesen an Silent Hill gemahnenden Autftritt mit der Ersten zu absolvieren.

Im Ernst, man kann es gar nicht hoch genug einschätzen, wenn Vereinsfreunde den höherspielenden Mannschaften Beistand leisten und diesen somit zumindestens zur Vollzähligkeit verhelfen, was beim SKAK in heutigen Zeiten schon wirklich einiges gilt.

Also, aus tiefst Herzgeviert, innig Dank den werten Kämpen Heinz und Ulrich, klasse dass man stets auf  euch zählen kann.

Wo ich mich schon mal so warmlobe, warum schnuppern wir nicht mal direkt hinein in die Partien unserer beiden Heroen?

Unser unerschütterlicher Ulrich an Brett Acht spielend verwaltete lange Zeit recht gleichmütig bis cool eine Stellung, die zum Ausgleich für den Minusmops immerhin beachtlichen Raumnachteil sowie schön passive Bauklötze aufwies; aber wat soll et, allemal eine anschauliche Partie mit lehrreichen Baustellen gegen einen 300 DWZ schwereren Opponenten, vom Kampfgeist gar nicht erst zu reden.

Tabula VIII

Ciesla – Ulrike   1 – 0

Ganz anders hingegen die Gegebenheiten vor Ort von Hero Heinz, hier sah die Partie, dem monochromatischen Wirrwarr geschuldet, aus, als ob ein Schwarm Elstern schwer auf Amphetaminen durch die Weißen Fluren flatterten, dabei alles an glänzend Marterial stibitzend was annähernd brauchbar aussah. Leider erwies sich ein fetter Happen auf den Stoppelfeldern der Weißen Gefilde als wild um sich spaßbremsende Vogelscheuche [m/w/d], welche dem herrlichen Vogelraubzug den Garaus bereitete. Schadö.

Tabula VI

  Sesterhenn – Heinz 1 – 0

Bei Magister Hugo andererseits rappelte es arg im Karton; unser Mannschaftsnovize schüttelte die Figuren seines Setup kniffelgleich fröhlichleicht quer durchs Gemüse, verlor dabei indes irgendwie den Überblick über die besten Ablegeplätze der Forellen im Stall und, als ob dies nicht reichte, ging darob hinaus alsbaldig der ein oder anderen Flunder verlustig. Alles in allem ein brav lustiger Vortrag.

Tabula VII

Viktoria – Schömer 0 -1

Zofe Daniela am fünften Brette spielend, gilt in der schachlichen Untergrundszene künftiger Generationen wohl als  DER Wegbereiter des Thrash Metals zum Subgenre des Nahkampfschachs; eine an urbarnem Siechtum kaum zu übertreffende, mit heißen Powercords geriffte lautstark untermalte, dystopische Eröffnung, sicherte den glorreichen Verlust schon nach wenigen Zügen, mein vollster Respekt, Man.

Tabula V

„Daniel of Existence“ – Becker 0 – 1 

Kurzes Zwischengezähle und wenn ich meinen Fingerchen trauen darf, steht es ungefähr Null zu Vier aus Skaksicht, man sollte also vielleicht tunlichst darauf achten nicht mehr allzuviele Punkte abzugeben, wer weiß denn schon wozu und überhaupt.

Unsere Grande Dame Hilde feierte es uns vor, nach dem üblichen bedachtsamen bis gefühlvollen Eröffnungszärteleien kam der Knüppel ganz unerwartet aus dem Sack und drosch frisch ungeniert und  angemessen enthemmt wild durchs Volksfest der Weißen Weihnachtseröffnung.

Ringringringeling…

 Tabula II

Marx – Holger Grimm 0 – 1

Schon besser und die weiteren Bretter gaben allen Anlaß zur Hoffnung, unser Zenturio schob diverse subversive Schriftgelehrte aus Casiräa nahe zur nächsten fröhlichen Zirkusaufführung  des Kinderprogramms, Reiner wütete quer durchs Gehölz, den nächstbesten Beserker aus sich  heraufzubeschwören und ich…ja, ich, ich fummelte an einer Partie herum, aus der ich von der  Eröffnung an immerhin überhaupt nichts heraus holte.

Dann aber übelte es ziemlich ins Gebälk, Reiner der bislang so anständig blutrünstig durchs Geviert metzelte, übersah einen vermaledeiten Zwischengüterzug und ging aus Protest zu Fuß  nach Hause…oder so ähnlich…

Tabula IV

Haffner – Reiner 1 – 0

Daraufhin hielt es unseren weisen Zenturio auch nicht mehr und er remisierte die recht ansprechende  Stellung schlauerweise, bevor wir doch noch irgendwie gewännen…im Paralelluniversum mit ganz anderen Regeln zum Beispiel…

Tabula III

Zenturio – Lex 0.5 – 0.5

Nur ich schob noch Wacht und aus irgend einem Grunde stand ich plötzlich strack auf Gewinn…und zwar  spielte ich in meinem arg beschränkten Geiste die Partie nochmal heimlich weinend im heimischen Weinkellerlein nach und frachte mich, ja, ich frachte, ob dieser Zuch nicht einfach den Gewinn eintütet…?! So einfach zu allem Überfluß, dass ich mich da klar in der Zugreihenfolge irren muss.

Eine Frau in meinem Alter hat’s ja bekanntlich nicht immer ganz so leicht, also, Partieformular  aufgepustet, nachgespielt…und tatsächlich; ein Gewinn, der so einfach gewinnt, dass…ja, ich weiß ja auch nich.

Aber ich spielte, als gewitzter Vollpfosten wie man mich kennt, einen Zuch der in ein VERMEINTLICH gewonnenes Bauernendspiel abspult.

 Aber Rechner sagt nein, um mal die gute Carol Beer zu bemühen.

Freundlicherweise ließ es sich mir mein hochverehrter Gegner nicht nehmen, die Stellung dann doch noch zu  verlieren…zumindest theoretisch, denn, als die gepriesene Querflöte siehe oben, kannte der Autor nichts besseres, als mich in die nächste Retourkutsche zu setzen und die Partie wiederum zu remisieren. Aber wenigstens kann ich mich nun ganz meinen hart verdienten Gebrechen hingeben und in Ruhe vor mich  hinsiechen.

 

Tabula Rasa

Chmuhl – Neisen  0.5 – 0.5

Euch, verehrte Leserschaft, meinen Dank und schneeflockentanzend Winterzaubergrüße.