Die ist ein Kinnerhunder und zwei Makel über

Die letzte Runde der Saison sah die Skakler als Gäste bei den ehrenwerten Mannen des SF Nickenich, beide
Mannschaften fanden sich außer Gefahr aufzusteigen und verpaßten allerdings leider auch alle verdienten Chancen auf den Abstieg.
Demzufolge ging es recht entspannt in die Runde, diesmal sogar mit einer Direktübertragung in die Gevierte von
Lichess.
 
Wie immer einige Impressionen beim Durchwandern der stets sehenswerten Schachlandschaften, beginnend beim 
Ersten Brette, Ruth wider dem ehrenwerten Gentleman Roos.
 
Magister Roos verteidigte über weite Strecken eine recht annehmbar anmutende Stellung überaus
schlau bis überzeugend, verfiel aber einem tückischen Fehler, der, ganz nebenbei, schon so manch Recken letztlich 
Hof und Hinterhaus nebst diversen Großmüttern kostete, konkret das Abspiel ins Endspiel, hmhmhm, leichtsinnig, leichtsinnig, mein Herr.
Fräulein Andreas nämlich, im früheren Dasein u.a. einst als Häckslerkönig von Angmar bekannt, welcher in seinen finstersten Zeiten auch nicht davor zurückschreckte unbedarfte, friedlich grasende Großmeister auf der Endspielweide zu beföhlen {auf sie mit Gebrühl}, schredderte sich munter, beachtlich Hackgut auf der Schneise der Zerstörung hinterlassend, durchs Schwarze Gestrock, die hinteren Felder und Flure hinreichend zu mulchen.
 
Andreas –  Roos 1 – 0
 
 
 
Selbigst am Zweiten Brette sah ich mich schon nach drei Zügen {in Worten [fast] Vier!!!} einer Variante
ausgesetzt, welche ich noch nie vorher durchleiden musste und die, scheint’s, auf den klangvollen Namen
Hillbilly [!!!!!!] Variante hört! 
Jaja, mit mir kann man’s ja machen… kurze Zeit später beschlich mich schon eine gewisse Flauigkeit, sinnierend über meine Problemzone hinter der Regio fronatalis, befand ich mich schon ziemlich an der Nahidioterfahrung, afrikanische Schwalben, Kokosnüsse, die Erde als Banane, Zeuch, Academy Award fürs Kopfkino… 
…Junge, Junge, ziemlich konfus so hintenrum- aber wenigstens war ich nicht meine Stellung!
Ein schüchterner Blick Richtung Brett und mir sprang eine Position fern jeglicher Komfortzone
meinerseits entgegen, wer braucht schließlich schon einen Plan und wenigstens macht es ja auch keinen Spaß so durch die Gegend zu stehen…
Der Rechner sacht freilich alles halb so wild, aber a) was weiß der schon und b) könnte er ja mal auch ein bisserl früher sagen oder nech?
Wie auch immer.
Unerfinderlicherweis gewann ich völlig unverdient die gesamte Angelegenheit mittels eines Herings und eines 
gebrauchten Gebüsches unweit des Schlosses von AAAH, weil irgend jemand wieder einmal die Pforte vom  Aquarium des Killerkaninchens halb offen ließ. 
 
Sir Ries – Trojanischer Frosch  0 – 1
 
Im Dritten Akt Jungfer Hilde, neben Caspar Friedrich, William Turner und Eugène Delacroix einer der ganz großen Romantiker des Tableau, in seiner oftmals missverstandenen Phase der persönlichen Spätromantik, hier mit einer
Selbstreferenz der Romantischen Ironie, als sich seine überbrodelnde Genialität in der romantischen Sehnsucht
höchst balladesker Opfer ans Absolute des materiellen Pragmatismus seitens des werten Herren Daumen brach.
 
E.T.A. Holger – Daumen 0 -1
 
Das Vierte Brett erlebte einen geschmeidig schneidigen Zenturio, welcher sich langsam wieder seiner alten 
Kandidatenform nähert und in seiner Dritten Person im Plural und Präsens indikativ der Partie sein Signum aufdrückte. 
 Nicht nur in unserem Verein, sondern weit über die Palastmauern des SKAK und
Jerusalems hinweg gilt unser verehrter Zenturio vokativ als Fels von Golgota ohne den mancherlei Nix und Vieles wenig funktionierte.
 
Reifenröther – Zenturio 0 – 1
 
Am fünften Brette Reiner, gedanklich und aktiv auf der Landstraße längst schon beim Ehrenfeste der lieben Verwandten, bewies erstaunliches Stehvermögen und härteste Nehmerqualitäten, als er ein Endspiel verteidigte, bei dem ich persönlich mich nicht so recht entscheiden konnte, ob ich mir lieber im Ring die Glatze von Herren M.Tyson
polieren ließe oder doch diese aufs Brett gefluchte Agonie geben möcht‘. 
‚Rocky‘ Reiner ein Kämpfer unverwüstlicher Natur bis hin zum Unkaputtbaren, hielt diese Zumutung an Stellung aus
und sicherte sich im Ring die hart erarbeitete Punkteteilung, mein vollster Respekt, Meister.
 
Reiner Balboa – Johannes „Clubber“ Gasper -Technisches Unentschieden
 
Das Sechste Brett sah einen artig dissoziierten, elektrophilen Elektronpaarakzep-tanz, wobei das gesamte
Weiße Material als Protonendonator fungierte und die schwer negative Schwarze Materialmasse per Nucleophilie sterisch zurückdrängend bis zum Feld HSO3F Samba hüftschwingend schlichtweg auflöste. 
 
 Hesch – Fritz ‚Daniela‘ Haber 1 – 0 ‚Hier könnte ihre Werbung stehen‘
 
Siebtbrettig ein positionelles Meisterstück seitens Maestro Raphael, ein wirklich beeindruckendes Opus, welches
Wert noch eingehender Betrachtung zu unterziehen.
Jedenfalls hinterließ die ausgeklügelte Version eines feinsinniges Spaniers einen tiefen Eindruck bei mir 
und bedient sicherlich auch anspruchvollste Gemüter.
Con il mio più profondo rispetto, stimato maestro.
 
Raphael – Hillen 1 – 0
 
Zu guter Letzt unser hochgeschätzter Junker, der, wenngleich in dieser Partie just ein nur mäßig zufriedenstellendes
Wohlfühlerlebnis erfahrend, aus dieser Saison sicherlich Umzugskartons voller Erfahrungen, händevoll Spielstärke und
unsere allgemeine Wertschätzung als freundlicher und sympathischer Zeitgenosse mitnehmen kann.
Mir eine vorzügliche Ehre, verehrte Herr Hugo.
 
Adam – Viktoria 1 – 0
 
Zuletzt demnach ein knapper Sieg gegen die angenehmen Zeitgenossen des SF, sonnige Grüße gen Süden
und uns bleibt jetzt noch die Pforte zur Fazitadelle zu öffnen.
 
Was bleibt uns, wo geht es hin?
 
Vergleichen wir diese Saison mit den teils haarsträubenden Tortouren und uns drohender ‚Veruneinigung‘ zu den Oberligazeiten, so möchte ich meinen, wir befinden uns am rechten Orte an dem wir fanden, was letztlich
die Hauptsache des ganzen Schabernacks ausmacht: Spaß!
In der Tat, mir macht es Vergnügen zu sehen, dass wir eine stabile, freundliche Mannschaft etablieren konnten,
aus altgedienten Veteranen gleich dem Zenturio oder unserem jahrhundertelangen Primus Ruth und 
neuen motivierten Gesichtern, die frischen Wind ins Geschehen bringen; der Verein wird jünger und bunter, beides finde ich sehr begrüßenswert.
 
Ganz allgemein noch ein feiner Satz für Zwischendurch:
„Wer die Gegenwart genießt, hat in Zukunft eine wundervolle Vergangenheit.“
 
Euch eine genußvolle Zeit, verehrte Freunde [m/w/d].
 
 
 
 
 
 

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Oliver

    Hochgeschätzter Ecosianer, es handelt sich hierbei um dem berüchtigten „V-Witz“ zu den dunklen Zeiten der
    „Witzkriegsführung“. Das Zitat geht noch weiter: „Die ist ein Kinnerhunder und zwei Mackel über und der bitte schön ist den Wunderhaus sprechen sie. ‚Nein‘ sprecht der Herren ‚Ist aufern borger mit zveitingen.“
    Wenn Du weitere Nachforschungen betreibst, lasse äußerste Vorsicht walten, denn es berührt die Thematik von:
    „Der tödlichste Witz der Welt“! 😉

  2. Reiner Schmidt

    Ein wunderschöner und richtiger Kommentar zum Saisonabschluß!
    Aber was ist „Kinnerhunder“ überhaupt? In der Suchmaschine „Ecosia“ landet der Artikel auf Platz 1, wenn ich nach der Bezeichnung suche.

Schreibe einen Kommentar