Die Erste auf Erfolgskurs!?

War es nun ein guter Einstand in die neue Saison oder sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen?  Zum Schluss wurde es gefühlt noch einmal richtig eng. Nach der etwas langen Anreise und den krankheitsbedingten Umstellungen war MF Martin Kaster guter Dinge, die Punkte aus Pirmasens mit nach Altenkirchen nehmen zu können. Nach 2,5 Stunden Spielzeit erfolgten Remisangebote von Herbert Dietzsch, in gedrückter Stellung, und Gerd Gnichtel, in ausgeglichener Stellung, die Wolfgang Cleve-Prinz und Claude Wagener auch annahmen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich Oliver Heidorn, mit zwei Freibauern am Damenflügel, und Max Weimann, mit dem das brettbeherrschenden Läuferpaar, großen Vorteil erspielt. Andreas Brühl spielte gegen eine isolierten d-Bauern, Dr. Ljuboschiz sah sich einem Angriff am Königsflügel ausgesetzt und Martin Kaster hatte nach einem Damentausch zwar vereinzelte Bauern, befand sich aber weiterhin in der Remisbreite. Wolfgang Kabierschke äußerte, dass man gegen die Pirc-Verteidigung auch besser spielten könnte und war mit seiner Stellung sehr zufrieden.

Dieses Gesamtbild änderte sich aber in der Zeitnotphase. Martin Kaster verlor mit einer falschberechneten Kombination eine ganze Figur und Wolfgang Kabierschke übersah eine Springergabel, die ihn die Qualität kostete. Dr. Ljuboschiz wickelte in ein Turmendspiel mit einem Bauern weniger ab und Andreas Brühl hatte zwar den d-Bauern erobert, sein Gegner verteidigte sich aber sehr umsichtig. Wir führten zwar nach Siegen von Oliver Heidorn und Max Weimann, der bei der Ausführung seines 40zigsten Zuges noch eine Sekunde auf der Uhr hatte, mit 3 – 1, hatten aber den Pirmasensern die Hoffnung auf ein mögliches 4-4 zurückgegeben.

Mit sehr viel Schachverständnis und Routine gelang es dem 84jährigen Dr. Ljuboschiz eine theoretische Remisstellung im Turmendspiel herzustellen. Ebenso konnte der Pirmasenser Clauer seinen Vorteil nicht umsetzen, so dass auch die Partie von Wolfgang Kabierschke ins Remis überging. „Ein Bauer ist ein Bauer“, so die Spielweise von Andreas Brühl. Nach präziser Berechnung wandelte er diesen mit einem Tempo mehr in eine Dame um, was uns nach sechs Stunden Spielzeit den entscheidenden fünften Punkt sicherte und Martin Kaster konnte seine hoffnungslose Stellung getrost aufgeben.

Endergebnis:

SC Pirmasens 1912 – SK Altenkirchen 3:5

Die Ergebnisse im einzeln:

  1. Brühl,Andreas (2334) – Barthel,Ansgar (2199) 1-0
  2. Gnichtel,Gerd (2053) – Wagener,Claude (2206) ½-½
  3. Weimann,Maximilian (2100) – Scherer,Frank (2038) 1-0
  4. Stock,Andreas (2077) – Ljuboschiz,Alexander (2077) ½-½
  5. Heidorn,Oliver (2155) – Ortinau,Peter (2006) 1-0
  6. Ludy,Klaus (1948) – Kaster,Martin (2024) 1-0
  7. Cleve-Prinz,Wolfgang (1848) – Dietzsch,Herbert (1977) ½-½
  8. Clauer,Denis (1966) – Kabierschke,Wolfgang (1936) ½-½

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